

1. Die eigene Unsicherheit zulassen
Denken in Verschwörungen lässt keinen Zweifel aufkommen, dass eine im Geheimen wirkende, groß angelegte Verschwörung im Gange ist. Die Selbstaufwertung, zu den wenigen Wissenden zu gehören, ist wesentlicher Bestandteil einer Verschwörungsideologie. Demgegenüber sollten Lehrkräfte ein Vorbild für ihre Schüler*innen sein und offen eigene Unsicherheiten eingestehen.
2. Verschwörungsideolog*innen nicht der Lächerlichkeit preisgeben
Bietet das Denken in Verschwörungen eine Selbstaufwertung, wird die Abwertung, indem zum Beispiel Witze darüber gemacht werden, die Verschwörungsideolog* innen weiter in den Verschwörungsglauben treiben. Stattdessen sollte die Person ernst genommen und eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Verschwörungsdenken gesucht werden.
3. Eine eigene Haltung entwickeln
Schüler*innen, die Verschwörungsideologien verbreiten, einfach ernst zu nehmen und die eigene Unsicherheit einzugestehen, reicht nicht aus. Es kann im schlimmsten Fall zum Eindruck in der Klasse führen, das Verschwörungsdenken sei eine legitime, kritische Position. Vor der Auseinandersetzung mit dem Verschwörungsglauben ist es daher wichtig, dass Lehrkräfte eine eigene Haltung dagegen entwickeln.
4. Keine Diskussionen über Fakten
Verschwörungsideolog*innen sind oft äußerst vertraut mit den „Fakten“, die die Verschwörungsideologie stützen. Anstatt so zu tun, als sei man selbst Expert*in, sollte das geschlossene Weltbild thematisiert werden, in dem sich alles in die Verschwörungsideologie fügt und das keinen berechtigten Widerspruch anerkennt. Kritisch kann auch das Gesellschaftsbild besprochen werden, das ohne Zufall und Ambivalenz auskommt.
5. Betroffene schützen und unterstützen
Verschwörungsideologien sind fast immer anschlussfähig für Antisemitismus, der prototypisch für die Vorstellung von im Geheimen agierenden Mächten ist. Dem sollte sich entschieden entgegengestellt werden, auch weil Betroffene anwesend sein könnten, die sich aus Angst nicht zu erkennen geben. Einige Verschwörungsideologien haben überdies rassistische und antifeministische Elemente. Auch hier ist eine klare Haltung gegen Abwertung und Hass erforderlich.