Insbesondere Schulleitungen tragen in diesen Tagen große Verantwortung und müssen sich auf Dienststellen und Behörden verlassen können. „Unsere Schulleiter sind weder Juristen noch Virologen. Schulträger und Gesundheitsbehörden entscheiden, ob eine Schule geschlossen werden muss. Im Notfall dürfte die Schulleitung eine Schule schließen. Hierfür brauchen die Schulleiter Handlungssicherheit und Beratung“, erklärte heute Maike Finnern, Vorsitzende der GEW NRW.
Derzeit müsse alles getan werden, um die Infektionskette zu verlangsamen. Für Lehrkräfte gelten grundsätzlich die gleichen Verhaltensempfehlungen zum alltäglichen Virenschutz wie für alle anderen Bürger auch. Stefan Behlau, Vorsitzender des VBE NRW, stellte klar: „Das Land NRW als Arbeitgeber muss Lehrkräfte bestmöglich schützen. Sie sorgen sich natürlich um ihre persönliche Gesundheit und die ihrer Familie.“
Mit Blick auf missverständliche Informationen, die das Schulministerium per Mail an die Schulen versandt hat, verwahren sich die drei Vorsitzenden ausdrücklich dagegen, Lehrkräfte unter Generalverdacht zu stellen, über selbst veranlasste Krankmeldungen den Notfall herbeizuführen und Schulschließungen zu erzwingen.
Ein Gebot der Stunde sei es zudem, die sanitären Mängel an vielen Schulen zu beheben. Die Sicherung der Schulhygiene habe oberste Priorität. Die Schulträger müssen für Warmwasser, Desinfektionsmittel, genügend Seife und Einmalhandtücher sorgen und eine regelmäßige Reinigung garantieren. Hier seien auch die Gesundheitsämter gefordert.
Die drei Vorsitzenden erwarten von der Kultusministerkonferenz klare Entscheidungen zur Sicherstellung der Durchführung des Abiturs und der zentralen Prüfungen. Sabine Mistler, Vorsitzende des Philologen-Verbandes NW: „Unter Berücksichtigung aller Präventions- und Sicherheitsmaßnahmen müssen die Prüfungen fair verlaufen. Wir erwarten, dass das Schulministerium auf der Landesebene umsichtig und transparent handelt und alle auf Schulebene beteiligten Akteure einbezieht.“