

Als Gewerkschaft ist die GEW eine Vereinigung von und für Arbeitnehmer*innen. Gemäß ihrer Satzung hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, die Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen der Beschäftigten zu verbessern und zu wahren. Um dieses Ziel zu erreichen, muss sie tariffähig sein und unabhängig von Arbeitgeber*innen sowie von Politik agieren. Das alles tut die GEW, aber das tun andere auch.
Eine Gewerkschaft für alle Bildungsbereiche
Doch die GEW ist noch viel mehr: Sie vereint uns alle – in der Kita, in Schulen und Hochschulen und in der Erwachsenen- und Weiterbildung. Mit unseren Forderungen und Diskussionen orientieren wir uns an der gesamten Bildungskette und übertragen die Bedeutung von lebenslangem Lernen und lebenslanger Entwicklung auf unsere Gemeinschaft. Wir alle zusammen sind für gute Bildung verantwortlich und damit etwas ganz Besonderes. National sind wir die Einzigen, die von sich behaupten können, eine Bildungsgewerkschaft zu sein.
Zwar sind unter unseren Mitgliedern nicht alle Bereiche gleich stark vertreten, weil Lehrer*innen in der deutlichen Mehrheit sind. Für sie ist es aber ein großer Gewinn zu wissen, woher ihre Kinder und Jugendlichen kommen und wohin sie gehen. Sie wissen genau, wie ihre Kolleg*innen arbeiten und mit welchen Herausforderungen sie zu tun haben. Auch in den anderen Bildungsbereichen wollen wir stärker werden, wir müssen aber auch im Blick haben, dass Einzelne sich nicht im Großen und Ganzen verlieren und dass uns eine Zusammenführung der Interessen gelingt.
Offenheit und Verständnis für Kolleg*innen
Die gemeinschaftliche Vertretung von Interessen der Beschäftigten ist eine Herausforderung, aber sie macht uns auch stark. Sie zwingt uns zu Kompromissen, die Vertretungen von einzelnen Berufsgruppen nicht machen müssen, aber sie öffnet den Blick und fördert das Verständnis für das Erleben der anderen. Sie ist ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal für die GEW. Ich finde es großartig, dass unsere Kolleg*innen in NRW sich aufeinander verlassen können. So haben die Kolleg*innen an den Grundschulen und den Schulen der Sekundarstufe I bei ihrem Kampf um eine gerechte Eingangsbesoldung die Unterstützung unserer Gymnasialkolleg*innen und nicht deren Missgunst. Es ist wichtig, dass wir sowohl den Fachkräftemangel an Kitas wie an Schulen anprangern, denn der Konkurrenzkampf um Fachkräfte in beiden Bereichen ist groß.
Es ist gut, dass die Kolleg*innen an den Hochschulen auf die Hilfe der Lehrer*innen bauen können, wenn sie gegen Befristungen und schlechte Arbeitsbedingungen kämpfen. Es ist solidarisch, dass die Kolleg*innen in der Erwachsenen- und Weiterbildung darauf zählen können, dass sie bei ihrer Forderung nach mehr Geld für die Finanzierung der Weiterbildung und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen unsere Erzieher*innen hinter sich haben. Und es ist wichtig, dass Tarifbeschäftigte und verbeamtete Kolleg*innen gemeinsam dafür kämpfen, die Lücke zu schließen. Das ist gelebte Solidarität. Das müssen wir uns immer wieder klarmachen: Das Gemeinschaftliche, Solidarische und Verbindende ist das große positive Pfund der GEW NRW.
Große Gemeinschaft sichert Mitsprache
Solidarität und Gemeinschaft machen uns stark und geben Sicherheit. Je mehr Menschen in der GEW NRW sind, je mehr Menschen sich in unserer Gewerkschaft engagieren, desto stärker und durchsetzungsfähiger werden wir. Denn für Politik und Arbeitgeber gilt: Je mehr wir sind, desto weniger können sie uns ignorieren. Je mehr wir sind, desto eher sind sie bereit, unsere Forderungen umzusetzen. Durch die Vielfalt in unserer Mitgliedschaft schauen wir immer wieder über den Tellerrand. Uns vereinen gemeinsame Überzeugungen. Wir als GEW NRW setzen ein starkes Zeichen gegen Vereinzelung. Wir setzen ein starkes Zeichen gegen Rassismus und Hetze. Wir fordern gleiche Chancen für alle Kinder und Jugendlichen. Wir setzen uns ein für gute Arbeitsbedingungen und gerechte Bezahlung. Das alles erreichen wir nur zusammen. Daher halten wir an unserem Solidarprinzip fest.
Die Gewerkschaft sind wir. Die Gewerkschaft bist du.