„Das Arbeitgeberangebot von letzter Woche ist zu mickrig und nicht fair. Statt Wertschätzung der Beschäftigten setzen die Arbeitgeber auf Provokation. Die extrem lange Laufzeit von drei Jahren ist angesichts der wirtschaftlich unsicheren Zeiten völlig widersinnig, erklärte GEW-Landesvorsitzende Maike Finnern heute in Essen. Die Warnstreiks müssten fortgesetzt werden, die Verantwortung dafür trügen die Arbeitgeber von Bund und Kommunen. Sie haben die Zeichen der Zeit nicht erkannt. „Während sich das Land auf eine zweite Corona-Welle einstellt, die einen starken öffentlichen Dienst erfordert, zeigen sie sich uneinsichtig und wollen auf dem Rücken der Beschäftigten Geld sparen. Das lassen wir uns nicht bieten“, unterstrich die GEW-Landeschefin.
Hintergrund
In der Tarifrunde 2020 für den öffentlichen Dienst in Bund und Kommunen geht es um Gehaltserhöhungen für rund 2,3 Millionen Beschäftigte. Ver.di hat gegenüber den Arbeitgebern von Bund und Kommunen die Verhandlungsführerschaft für die DGB-Gewerkschaften GEW, GdP und IG BAU.
Die Gewerkschaften fordern 4,8 Prozent, mindestens jedoch 150 Euro mehr Gehalt. Die wöchentliche Arbeitszeit für die Angestellten in den östlichen Bundesländern soll an das Westniveau von 39 Stunden angeglichen werden. Die Forderung bezieht sich auf eine Laufzeit des Tarifvertrags von einem Jahr.
Die dritte Verhandlungsrunde beginnt am 22. Oktober in Potsdam.