

Gemeinsam mit den anderen Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes fordert die GEW eine Gehalts-
steigerung von 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Nun haben die
Kolleg*innen in vielen Städten in Nordrhein-Westfalen ihre Arbeit für die Warnstreiks niedergelegt und sind für ihre Forderungen auf die Straße gegangen. Warum?
Krisenmanager*innen sind gefordert ...
Die Corona-Pandemie hat dieses Jahr viele Wirtschaftsbereiche lahmgelegt und die Steuerprognose für dieses Jahr ist weitaus schlechter als erwartet. Dennoch müssen wir in dieser Tarifrunde deutlich machen: Es waren doch gerade die Erzieher*innen und weitere (sozial-)pädagogische Fach- und Ergänzungskräfte, die ohne
Masken und Sicherheitsabstand dafür gesorgt haben, dass den Kindern weiterhin Bildungsangebote in den Kitas gemacht werden konnten und den Eltern der Rücken freigehalten wurde.
Es waren die Sozialarbeiter*innen in den Jugendämtern, die dafür gesorgt haben, dass besonders gefährdete Kinder schnell wieder den Zugang zu frühkindlichen Bildungsangeboten und weiteren Hilfen erhielten. Es
waren die hauptamtlichen pädagogischen Mitarbeiter*innen an den Volkshochschulen, die es innerhalb weniger Tage und über das Wochenende organisiert haben, dass Lehr- und Weiterbildungsangebote nach dem Lockdown wieder schnellstmöglich stattfinden konnten.
... aber Wertschätzung sieht anders aus!
Aus vielen Gesprächen mit den von der Tarifrunde Betroffenen wird deutlich: Die Kolleg*innen wünschen sich echte Wertschätzung von ihren Arbeitgebern. Steigende Preise von Lebensmitteln und Wohnraum müssen sich beispielsweise auch in dem Gehalt der Kolleg*innen widerspiegeln. Sonst verlieren gerade die Menschen,
die während der Corona-Krise – und auch schon davor – dafür gesorgt haben, dass das System aufrechterhalten wird, ihre Zukunftsperspektiven. Das kann nicht das Ansinnen einer solidarischen Gesellschaft sein! Die
Arbeitgeber sind nun am Zug, zu reagieren und ihre leere Phrasen endlich mit echten Gehaltszuwächsen zu unterfüttern.*
*Zum Redaktionsschluss stand das Ergebnis der Tarifverhandlungen noch nicht fest.