

Tarifergebnisse sind immer erzielte Kompromisse. Kompromisse entsprechen in der Regel nicht unseren Forderungen – gleichzeitig liegen sie aber zumeist höher als das, was die Arbeitgeber zu geben und zu verteilen bereit waren. So auch dieses Mal: Die Arbeitgeber signalisierten zu Beginn der Verhandlungen, dass sie keinen Spielraum für Gehaltserhöhungen und Sonderzahlungen hätten. Und auch wenn wir mehr als das nun Erreichte gefordert haben: Dieser Tarifabschluss, der bis zum 31. Dezember 2022 läuft, ist ein respektables Ergebnis in schwierigen Zeiten.
Eingruppierungen gesichert
Aufgrund des Drucks der Kolleg*innen im Streik auf den Straßen, eures Drucks, liebe Mitglieder, konnte auch ein großes Konfliktthema geklärt werden: Eingriff in die Regelungen zum Arbeitsvorgang wird es nicht geben. Dieser Punkt geht in der allgemeinen Berichterstattung oft unter, er ist für die Beschäftigten aber immens wichtig. Die Arbeitgeber wollten in das Eingruppierungsrecht eingreifen, das über kurz oder lang in einigen Bereichen zu Herabgruppierungen von Kolleg*innen geführt hätte. Dass die Gewerkschaften dieses Vorhaben abwehren konnten, ist ein großer Erfolg! Die Eingruppierung ist also für die nächsten Jahre gesichert!
Ohne euch, ohne euer Engagement vor Ort, euren Einsatz während des Streiks und euren tollen und kreativen Aktionen wäre das gesamte Tarifergebnis nicht zustande gekommen. Deshalb möchten wir euch ganz herzlich danken!
Wie geht es weiter?
Aufgrund der pandemischen Situation sind Planungen derzeit schwer. Aber es könnte sein, dass im nächsten Jahr die Verhandlungen zur Entgeltordnung im Sozial- und Erziehungsdienst (EG SuE) aufgenommen werden. Hier geht es um die Eingruppierungen der Kolleg*innen in beispielsweise Kitas, Jugendämtern und ambulanten Hilfen.
Deshalb ist klar: Wir müssen weiter gemeinsam für Verbesserungen kämpfen, die nächsten Tarifrunden werden sicher nicht einfacher. Die Arbeitgeber agieren härter denn je – dafür braucht es eine starke Gewerkschaft, dafür braucht es euch!