lautstark. 09.06.2022

Leitfaden: Kommunikation ist mehr als Worte

Arbeits- und Gesundheitsschutz

Den Austausch im Arbeitsalltag wertschätzend gestalten

Ein attraktiver Arbeitsplatz braucht gute Arbeitsbedingungen – und für diese muss der Arbeitgeber sorgen. Ein wertschätzender Austausch im Kollegium kann eine Ressource für mehr Zufriedenheit sein.

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  • Ausgabe: lautstark. 03/2022 | Besser arbeiten: Arbeitsplatz Bildung attraktiver machen
  • Autor*in: Gesundheitsmanagement B·A·D
Min.

THEORIE

Bewusstsein schaffen

Sei dir in allen zwischenmenschlichen Situationen bewusst, dass alles, was du tust, Mitteilungscharakter hat und du permanent Signale sendest. Da wir im Trubel des Arbeitsalltags unser Augenmerk häufig auf andere Dinge richten, ist es hilfreich, dich immer wieder zu fragen, wie du auf andere Menschen wirken möchtest und was in deinem eigenen Verhalten hilfreich sein könnte, um in einen guten Kontakt mit deinen Mitmenschen zu kommen.

Kommunikation verstehen

Jede Art von Verhalten ist Kommunikation, man kann sich nicht nicht verhalten. Oder um es mit den Worten des Kommunikationswissenschaftlers Paul Watzlawick zu sagen: Wir können „nicht nicht kommunizieren“. Handeln oder Nichthandeln, Reden oder Schweigen – wenn wir akzeptieren, dass unser Verhalten in einer zwischenmenschlichen Situation Mitteilungscharakter hat, folgt daraus, dass jede*r sich mitteilt. Jede Kommunikation verläuft auf zwei Ebenen: der Inhaltsebene und der Beziehungsebene.

Gefühle wahrnehmen

Unsere Emotionen bestimmen unsere seelische Befindlichkeit, sie beeinflussen unser Verhalten und die Art unserer Beziehungsgestaltung. Die moderne Hirnforschung hat gezeigt, dass wir von Geburt an über vier unterschiedliche Basisaffekte verfügen: Angst, Wut, Freude und Trauer. Hilfreich ist eine achtsame Wahrnehmung der inneren Signale und der selbstfürsorgliche Umgang damit. Die wertschätzende Kommunikation beginnt im Dialog mit sich selbst und mit der Empathie sich selbst gegenüber.

Bedürfnisse erkennen

Unsere Gefühle weisen uns auf unsere Bedürfnisse hin, informieren uns schnell, dass etwas Bedeutsames für uns geschieht. Sie machen uns darauf aufmerksam, dass Bedürfnisse erfüllt oder bedroht sind. Wer seine Bedürfnisse wahrnimmt, kann Verantwortung für sich übernehmen, indem sie*er sich darum kümmert, diese angemessen zu erfüllen. Was andere sagen oder tun, kann ein Auslöser für eigene Gefühle sein, aber nie die Ursache.

 

PRAXIS

Embodied Communication

Diese Methode verdeutlicht, was du für ein gelingendes Gespräch tun kannst:

  • Aufmerksam sein: Beobachte die Situation, die eigenen Affekte und die Affekte des Gegenübers, die eigene Haltung und die Reaktionen des Gegenübers.
  • Augen auf: Wechsle zwischen direktem Blickkontakt und peripherem Gesichtsfeld, spiegle körperliche Reaktionen.
  • Ohren auf: Höre dem Gegenüber tatsächlich zu, statt dich deinen eigenen Gedanken zu widmen.

Ich-Botschaften senden

Das Konzept geht auf den Psychologen Marshall Rosenberg und den Ansatz der Gewaltfreien Kommunikation zurück. Eine Ich-Botschaft enthält folgende Komponenten:

  • Ich spreche ein konkretes Verhalten des anderen an, eine Beobachtung, ohne zu bewerten.
  • Ich benenne mein Gefühl.
  • Ich drücke eigene Bedürfnisse aus.
  • Ich formuliere eine Bitte.

Bitten statt fordern

Folgende sechs Kommunikationsregeln sorgen für Klarheit auf allen Seiten:

  • Formuliere dein Anliegen positiv – vermeide das Wort „nicht“.
  • Nutze Handlungssprache – verzichte auf Verallgemeinerungen.
  • Benenne konkrete Tätigkeiten – formuliere nicht abstrakt.
  • Formuliere Bitten bewusst – bringe Gedanken und Bedürfnisse ins Bewusstsein.
  • Bitte um Wiedergabe – das Gegenüber wiederholt, was verstanden wurde.
  • Bitte um Offenheit – hole das Einverständnis ein.

Feedback geben

Menschen arbeiten besonders gut und lernen auch viel lieber, wenn sie eine Rückmeldung zu ihrer Arbeitsweise und ihrem Auftreten bekommen. Wir brauchen die Resonanz, um uns wahrgenommen und geachtet zu fühlen. Feedback ist somit ein menschliches Grundbedürfnis. Nur durch den Austausch von Fremdwahrnehmung und Selbstwahrnehmung ist es möglich, das eigene Handeln zu reflektieren und besser miteinander zu kooperieren.

Gesundheitsmanagement B·A·D
B·A·D ist im Auftrag des Ministeriums für Schule und Bildung des Landes NRW in den Bereichen Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Gesundheitsförderung an öffentlichen Schulen tätig. Informationen zu den B∙A∙D-Angeboten für Lehrkräfte und sonstiges pädagogisches Personal an öffentlichen Schulen findest du auf den Internetseiten der jeweiligen Bezirksregierung und im Bildungsportal NRW.

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